Lukas Marxt, Imperial Irrigation, Videostill IV, 2020
Videostill aus der Arbeit Imperial Irrigation von Lukas Marxt, 2020
© Lukas Marxt, 2020i

Episode 3 - selected by Lukas Marxt

Im Rahmen des Jubiläumsprogramms Hitting Puberty - 15 Jahre Stiftung IMAI präsentieren junge Künstler*innen aus dem Distributionsprogramm der Stiftung eigene Arbeiten in Bezug zu historischen Videos aus dem IMAI-Archiv, die für ihre persönliche Entwicklung wegweisend gewesen sind. Der Kölner Künstler Lukas Marxt (*1983) beschäftigt sich mit den menschlichen Eingriffen in vermeintlich natürliche Landschaften. Landwirtschaft, Tourismus oder militärische Interventionen hinterlassen Spuren, die der Künstler in seinen Videos nachzeichnet und so eine Art Geografie der Ausbeutung herausarbeitet. Das Screening Programm mit Arbeiten von Gudrun Kemsa (*1961), Marcus Maida (*1964) und Marcel Odenbach (*1953) stellt seine Beobachtungen in Bezug zu globalen Wirtschaftskreisläufen, die vom blinkenden Karussell der kapitalistischen Unterhaltungsindustrie bis zum brutalen Teufelskreis des Kolonialismus reichen.

 

Information

 

Die Ausstellung ist am Sonntag, den 20. Juni ab 15 Uhr geöffnet, die Künstler*innen Lukas Marxt und Gudrun Kemsa werden ab 16 Uhr anwesend sein.

Eine Onlineregistrierung ist nicht erforderlich.  Die Kontakdaten zur Nachverfolgung werden vor Ort erfasst. Für IMAI-Besucher*innen ist der Besuch von HITTING PUBERTY in der Videolounge am Sonntag, den 20. Juni kostenlos.

Screening Programm

Gudrun Kemsa (*1961 in Datteln, lebt und arbeitet in Düsseldorf) ist Foto- und Videokünstlerin. In Zusammenarbeit mit dem Autor und Soundkünstler Marcus Maida (*1964 in Münster, lebt und arbeitet in Graz, AT und Iserlohn) sind zwischen 1999 und 2002 mehrere Videoarbeiten entstanden, unter anderem Merry-go-round. Im bunten, grellen Licht wird hier das sich langsam, dann immer schneller drehende Karussell in Szene gesetzt. Die Bilder überlagen sich und der Rhythmus ihrer Bewegung verschmilzt mit dem der Musik.

Lukas Marxt (*1983 , lebt und arbeitet in Köln) macht verlassene Landschaften und abgelegene Industrieanlagen zu den Hauptfiguren seiner Videos und Installationen. Imperial Irrigation ist die vierte Arbeit in seinem Werkzyklus rund um den Salton Sea in Südkalifornien. Darin beschäftigt er sich mit der Rolle der Landschaft im Kontext der vornuklearen Geschichte des Zweiten Weltkrieges und zeichnet die ökologische Zerstörung des Sees nach den Testabwürfen von Atombomben-Attrappen Ende 1944 nach.

Marcel Odenbach (*1953 in Köln, lebt und arbeitet in Köln, Berlin und Ghana) ist einer der bedeutendsten Videokünstler in Deutschland. Seine unverwechselbare Bildsprache entsteht durch die collagenartige Montage von Fernsehmitschnitten, Archivmaterialien, Filmsequenzen und eigenen Aufnahmen. Die Aufarbeitung der Kolonialgeschichte ist ein wiederkehrendes Thema in seiner Arbeit, so auch in Vorurteile oder die Not macht erfinderisch, wo die wirtschaftliche Ausbeutung in Afrika angeprangert wird.

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