Zwei Bildmotive sind übereinandergelegt. Dominant erscheint die Draufsicht auf den mit einem Mikrofon versehenen schwarzen Lederschuh des Künstlers, der über den Asphalt schreitet. Sein helles Hosenbein ist angeschnitten zu sehen. Weniger deutlich erkennbar sind spielende Schwarze Kinder, die in einem Einkaufswagen sitzend durch die Straßen des New Yorker Stadtteils Harlem rollen.
© Marcel Odenbachi

Marcel Odenbach

Auf Schritt und Tritt

Die zweikanalige Videoinstallation Auf Schritt und Tritt entstand während eines längeren Aufenthalts von Marcel Odenbach in New York Mitte der 1990er-Jahre und reflektiert seine intensive Auseinandersetzung mit dem Rassismus in den USA, auch innerhalb der Schwulenszene.

Für die Videoaufnahme ließ er sich eine Kamera bauen, die seine Schritte aus der Obersicht filmte, während ein in der Schuhsohle eingebautes Mikrofon die Lauf- und Umgebungsgeräusche aufnahm. So ausgestattet durchquerte er die geschichtsträchtige 125th Street in Harlem, ein Zentrum afroamerikanischer Kultur und zugleich ein wichtiger Ort der Bürgerrechtsbewegungen.

Die Aufnahmen werden in Odenbachs unverwechselbarer Bildsprache mit weiteren eigenen Motiven aus Harlem, wie spielenden Kinder oder Passant*innen auf der Straße, sowie mit Archivmaterial von Straßenprotesten überlagert und mit einer Blackfacing-Szene aus Alfred Hitchcocks Film The Man Who Knew Too Much (1956) kombiniert.

Digitalisierung: Sophie Bunz

 

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