Videoinstallation
Die zweikanalige Videoinstallation Auf Schritt und Tritt entstand während eines längeren Aufenthalts von Marcel Odenbach in New York Mitte der 1990er-Jahre und reflektiert seine intensive Auseinandersetzung mit dem Rassismus in den USA, auch innerhalb der Schwulenszene.
Für die Videoaufnahme ließ er sich eine Kamera bauen, die seine Schritte aus der Obersicht filmte, während ein in der Schuhsohle eingebautes Mikrofon die Lauf- und Umgebungsgeräusche aufnahm. So ausgestattet durchquerte er die geschichtsträchtige 125th Street in Harlem, ein Zentrum afroamerikanischer Kultur und zugleich ein wichtiger Ort der Bürgerrechtsbewegungen.
Die Aufnahmen werden in Odenbachs unverwechselbarer Bildsprache mit weiteren eigenen Motiven aus Harlem, wie spielenden Kinder oder Passant*innen auf der Straße, sowie mit Archivmaterial von Straßenprotesten überlagert und mit einer Blackfacing-Szene aus Alfred Hitchcocks Film The Man Who Knew Too Much (1956) kombiniert.
Erstmals wird die Arbeit nun durch eine neu produzierte künstlerische Audiodeskription des Londoner Kollektivs SoundScribe erweitert. Ihre Beschreibungen in deutscher Lautsprache lassen historische und soziale Spannungen hörbar werden, irritieren dominante Seh- und Hörgewohnheiten und erweitern das Werk um eine kritische, zeitgenössische Reflexionsebene.
Digitalisierung: Sophie Bunz
Bios
Marcel Odenbach (*1953 in Köln) zählt zur frühen Generation der deutschen Videokünstler*innen, die die Entwicklung des Mediums Video als Kunstform maßgeblich geprägt haben. Seine Bildsprache entsteht durch die collageartige Montage von Fernsehmitschnitten, Archivmaterialien, Filmsequenzen und eigenen Aufnahmen. Wiederkehrende Themen in seiner Arbeit sind die Aufarbeitung deutscher Geschichte und des Kolonialismus auf dem afrikanischen Kontinent.
SoundScribe ist ein Kollektiv von Audio-Describer*innen und Accessibility-Berater*innen aus der globalen Mehrheit. Sie entwickeln kreative Audio-Beschreibung, Workshops und barrierefreie Zugänge für Performance, Kunstinstitutionen sowie Film und Video unter besonderer Berücksichtig von gesellschaftlichen Barrieren und kulturellen Kontexten.
Veranstaltungsort
Filmwerkstatt Düsseldorf
Birkenstr. 47
40233 Düsseldorf
Der Eintritt ist kostenlos.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, aber willkommen.
Zugänglichkeit
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Künstlerische Audiodeskription in deutscher Lautsprache
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Assistenzen vor Ort
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Assistenzhunde sind willkommen
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Abholservice: Gerne holen wir Euch bei Bedarf von der nächstgelegenen Haltestelle des öffentlichen Nahverkehrs ab und begleiten Euch zu den Ausstellungs- und Veranstaltungsorten. Bitte meldet Euch dafür vorab bei uns.
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Early Entry: Bei Bedarf könnt ihr unsere Veranstaltungsräume bereits vor dem Veranstaltungsbeginn besuchen. Bitte meldet Euch dafür vorab bei uns.
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Die Filmwerkstatt ist nur über Treppen mit Geländer zugänglich. Eine begrenzte Zahl an Parkplätzen befinden sich direkt auf dem Gelände. Unterstützung vor Ort ist möglich. Direkt neben der Filmwerkstatt gibt es eine genderneutrale Toilette. Die nächste rollstuhlgerechte Toilette befindet sich in der Sammlung Philara nebenan und kann auf Anfrage genutzt werden. Nehmt gerne vorher Kontakt mit uns auf, wenn ihr Unterstützung benötigt.