Circulating Copies ist ein zweijährliches Ausstellungsprojekt der Stiftung IMAI – Inter Media Art Institute auf Bildschirmen und Lautsprechersystemen im Düsseldorfer Stadtraum. Audiovisuelle Medien sind hier alltäglich präsent und werden zugleich kaum als gestaltbare oder veränderbare Strukturen wahrgenommen. Die zweite Edition des Projekts widmet sich daher der Frage, wie diese Infrastrukturen das Sehen und Hören im öffentlichen Raum organisieren, verhandeln und reflektieren.
Öffentliche audiovisuelle Infrastrukturen – Screens, LED-Wände, Durchsagesysteme, Beschallungsanlagen – sind keine neutralen Träger von Information oder Unterhaltung. Sie beruhen auf Annahmen darüber, wie wir mehrheitlich sehen und hören, und wie unsere Aufmerksamkeit “funktioniert”. Diese Annahmen produzieren Ausschlüsse: Sie privilegieren bestimmte Körper, Sinne und Erfahrungsweisen und machen andere unsichtbar oder unhörbar. Circulating Copies setzt hier an und fragt, wie künstlerische Interventionen diese Bedingungen sichtbar, hörbar und veränderbar machen können. Sehen und Hören werden dabei nicht als universelle Fähigkeiten verstanden, sondern als unterschiedliche, situierte und relationale Erfahrungen, die in konkreten technischen und sozialen Umgebungen entstehen.
Circulating Copies umfasst künstlerische Neuproduktionen im Stadtraum und ein begleitendes Programm, das wir in engem Austausch mit nicht-visuell bzw. nicht-lautsprachlich orientierten Künstler*innen, Theoretiker*innen, Übersetzer*innen und Aktivist*innen entwickelt haben, und das normierende Zugänge zu audiovisueller Kunst gezielt aufbricht.