Der Schriftzug Circulating Copies in schwarzer Schrift auf weißem Grund. Bei der Schrift handelt es sich um eine neue wahrnehmungsorientiert gestaltete Typografie.

Circulating Copies

2026

Datum

16.04.2026 - 06.05.2026

Circulating Copies ist ein zweijährliches Ausstellungsprojekt der Stiftung IMAI – Inter Media Art Institute auf Bildschirmen und Lautsprechersystemen im Düsseldorfer Stadtraum. Audiovisuelle Medien sind hier alltäglich präsent und werden zugleich kaum als gestaltbare oder veränderbare Strukturen wahrgenommen. Die zweite Edition des Projekts widmet sich daher der Frage, wie diese Infrastrukturen das Sehen und Hören im öffentlichen Raum organisieren, verhandeln und reflektieren.

Öffentliche audiovisuelle Infrastrukturen – Screens, LED-Wände, Durchsagesysteme, Beschallungsanlagen – sind keine neutralen Träger von Information oder Unterhaltung. Sie beruhen auf Annahmen darüber, wie wir mehrheitlich sehen und hören, und wie unsere Aufmerksamkeit “funktioniert”. Diese Annahmen produzieren Ausschlüsse: Sie privilegieren bestimmte Körper, Sinne und Erfahrungsweisen und machen andere unsichtbar oder unhörbar. Circulating Copies setzt hier an und fragt, wie künstlerische Interventionen diese Bedingungen sichtbar, hörbar und veränderbar machen können. Sehen und Hören werden dabei nicht als universelle Fähigkeiten verstanden, sondern als unterschiedliche, situierte und relationale Erfahrungen, die in konkreten technischen und sozialen Umgebungen entstehen.

Drei künstlerische Neuproduktionen sind im Rahmen von Circulating Copies entstanden. Der gemeinsam mit der Kunsthalle Düsseldorf beauftragte Klangkünstler KMRU untersucht in einer neuen Arbeit die auditiven Ordnungen des urbanen Raums. Die Videokünstlerin Seo Hye Lee, ausgewählt im Rahmen einer offenen Ausschreibung, hat ihren Beitrag im Austausch mit Tauben Perspektiven aus Düsseldorf und weiteren Städten entwickelt. In ihrer Arbeit werden öffentliche Bildschirme zu Orten kollektiver Autor*innenschaft, die dominante Hörnormen destabilisieren. Als Absolventin der Kunstakademie Düsseldorf bringt Yoora Park eine lokale Perspektive ein. Auf den Bildschirmen an den Bahnsteigen verschiedener Düsseldorfer U-Bahnhöfe untersucht sie Wahrnehmung auf der Ebene subtiler Vibrationen und vorbewusster Prozesse. Ergänzend dazu hat die Klasse Danica Dakić der Kunstakademie Düsseldorf neue Arbeiten für die audiovisuelle Infrastruktur der Stadt entwickelt.

Neben den Arbeiten im Stadtraum umfasst Circulating Copies ein begleitendes Programm, das wir in engem Austausch mit nicht-visuell bzw. nicht-lautsprachlich orientierten Künstler*innen, Theoretiker*innen, Übersetzer*innen und Aktivist*innen entwickelt haben und das normierende Zugänge zu audiovisueller Kunst gezielt aufbricht.

Beitragende

Carefuffle, Akiko Hada, Klasse Danica Dakić, KMRU, Seo Hye Lee, Marcel Odenbach, Yoora Park, Roman Poryadin, Juan Ruiz, Siegfried Saerberg, Dirk Sorge, SoundScribe, Gunter Trube

In Kooperation mit

Mit freundlicher Unterstützung von