Auf einer Baustelle ist der Gehweg großflächig aufgebrochen. Zwischen Schutthaufen arbeiten mehrere Personen in Warnkleidung. Links bewegt ein großer Baggerarm schwere Betonstücke, weiter hinten bedient jemand einen kleinen Minibagger. Rechts steht eine Person nahe einer Hauswand und stützt sich auf eine Schaufel. Fahrzeuge und Absperrgitter rahmen die Szene in einer belebten Straßen. Am unteren Bildrand steht eine Bildunterschrift mit der Aufschrift „…ja/nein?…“ in weißer Schrift auf schwarzem Hintergrund.
© Seo Hye Lee, Video: Damien Robinsoni

Seo Hye Lee

Ohrenbetäubende Stille

Werktext

Ohrenbetäubende Stille ist eine kollaborative Videoarbeit der Künstlerin Seo Hye Lee, die im Austausch mit t/Tauben Communities in Düsseldorf und weiteren Städten entstanden ist. Die Arbeit untersucht, wie Klang im urbanen Raum interpretiert, imaginiert und über visuelle Hinweise erschlossen werden kann.

Ausgangspunkt ist die Redewendung „ohrenbetäubende Stille“, die hier aus t/Tauben Perspektiven aufgegriffen und neu gelesen wird. Durch die poetischen, humorvollen und mitunter irritierenden Untertitelungen kurzer Videosequenzen ohne Ton hinterfragt die Arbeit, welche Bedeutungen wir Klängen im Stadtbild zuschreiben und wie diese Bedeutungen in der Interaktion zwischen Wahrnehmung, Kontext und Erwartungen entstehen.

Die untertitelten Videos erscheinen auf verschiedenen Bildschirmen im öffentlichen Raum. So wird der Stadtraum selbst zum Ort der Reflexion darüber, wie Klang erlebt, beschrieben und gedeutet wird, und wessen Perspektiven dabei zur Geltung kommen.


Diese Neuproduktion ist das Ergebnis einer offenen Ausschreibung und wurde von einer Jury, bestehend aus Joshua Pesch-Ulonska, Siegfried Saerberg und Linnea Semmerling, ausgewählt.

 

Bio

Die Künstlerin Seo Hye Lee (*1990 in Seoul, Südkorea) lebt im englischen Somerset. In ihrer künstlerischen Praxis erkundet sie die sozialen und kulturellen Dimensionen von Klang aus einer Tauben Perspektive. Sie dekonstruiert Klangpolitiken und hinterfragt, wie gesellschaftliche Strukturen unsere Wahrnehmung und Kommunikation formen. Dabei arbeitet sie mit multisensorischen Installationen, Zeichnungen und Videos.

 

Ausstellungsort

Storage Museum
Himmelgeister Str. 107
40225 Düsseldorf

Do – So, 14 – 18 Uhr

Der Eintritt ist kostenlos.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, aber willkommen.

 

Videos auf Bildschirmen im Stadtraum

LED-Screen am Parkhaus Carlsplatz (Ruhrkraft)
Benrather Str. 7B
40213 Düsseldorf
durchgehend, mind. alle 8 Minuten

64 Roadside Screens (STRÖER)
Liste aller Adressen
durchgehend, mind. alle 8 Minuten

 

Zugänglichkeit 

  • Künstlerische Untertitelung auf Deutsch und Englisch

  • Assistenzhunde sind willkommen

  • Das Storage Museum ist ebenerdig zugänglich, Parkplätze befinden sich direkt auf dem Gelände. Ein Teil des Weges führt über Kopfsteinpflaster, Unterstützung vor Ort ist möglich. Im Museum gibt es eine rollstuhlgerechte, genderneutrale Toilette. Weitere Informationen unter: storagemuseum.org/kontakt

Videoflyer in DGS

Dokumentation

Eine Düsseldorfer Straßenkreuzung zur Mittagszeit. Die große Mittelinsel wird vollständig vom Grün verschiedener Bäume, Sträucher und Gräser eingenommen. Davor steht eine digitale Werbetafel, auf der Seo Hye Lees „Ohrenbetäubende Stille“ zu sehen ist. Die Ampel für Linksabbieger hat gerade auf grün geschaltet und ein paar Autos fahren nun los. Der andere Fahrstreifen hat rot und ist momentan komplett leer. Im Hintergrund sind Reihenhäuser zu sehen.

© Seo Hye Lee und Stiftung IMAI - Inter Media Art Institute, Fotos: Kai Werner Schmidt

Ein Blick in die Ausstellung im Storage Museum. Am Ende des Raums steht ein großer Fernseher auf dem Boden und zeigt Seo Hye Lees „Ohrenbetäubende Stille“. Davor stehen Besuchende, die sich das Werk anschauen.
Eine mehrspurige Straßenallee bei hellem Tageslicht. Links kommen uns Autos entgegen, rechts fahren sie davon. Auf dem begrünten Mittelstreifen steht eine digitale Werbetafel, auf der Seo Hye Lees „Ohrenbetäubende Stille“ zu sehen ist. Davor befinden sich Passanten mit Kinderwagen sowie ein Baustellenschild.
Ein Blick durch das Fenster in das Storage Museum, wo sich Roman Poryadin, Linnea Semmerling und Seo Hye Lee vor einem Publikum unterhalten. Im Fensterglas spiegelt sich eine geflieste Säule, die vor dem Museumseingang steht.

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Großzügig gefördert durch

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