Surreale Collage mit der Sängerin Hermoine Zittlau als Königin in prunkvollem Rot-Gold-Kleid und Hermelinmantel vor einer violett-beigen Tapete. Links ein kleines Fenster, rechts der Gebärdensprachpoet Gunter Trube als königlicher Berater, dessen Größe und Pose ihn vom Raum losgelöst wirken lassen. Am unteren linken Rand ein angeschnittenes Gesicht mit geöffnetem Mund. Eingeblendet der Untertitel: „Her Majesty should listen in disguise“ [Du musst Dich umkleiden und zuhören].
© Akiko Hada i

Akiko Hada

The Fall of a Queen, or The Taste of the Fruit to Come

Werktext

The Fall of a Queen, or The Taste of Fruit to Come (1991) [Der Fall einer Königin oder der Geschmack kommender Früchte] von Akiko Hada ist eine Videooper, die Gesang, Lautsprache, Gebärdensprache und Untertitel zu einer vielschichtigen audiovisuellen Form verbindet. Sie basiert auf einem Libretto von Wolfgang Müller. 

Die Königin, gespielt von der Sängerin Hermoine Zittlau, mischt sich incognito unter ihr unzufriedenes Volk, um einen Umsturz zu verhindern. Sie sing und spricht dabei in Englischer Lautsprache. Ihr gegenüber agiert der königliche Berater, dargestellt vom Tauben Aktivisten und Gebärdensprachpoeten Gunter Trube, der in British Sign Language (BSL) und International Sign (IS) gebärdet. 

Für den britischen Fernsehsender Channel 4 produziert, richtet sich die Videooper an ein hörendes, englischsprachiges Publikum. Untertitel übersetzen ausgewählte Dialoge und gebärdensprachliche Passagen ins Englische, während die englischen Gesangspassagen und gesprochenen Texte weitgehend unübersetzt bleiben. So wird Kommunikation als hierarchisch, fragil und instabil erfahrbar. 

Die Arbeit wird nun erstmals durch barrierefreie Untertitel, sogenannte Captions, der Arbeitsgruppe Carefuffle erweitert, die Sprache, Klang und Musik in Text übertragen. Durch Schriftart, Farbe, Position, Animation und Timing werden die Untertitel selbst zu einem visuellen Element, das Wahrnehmungshierarchien hinterfragt und neue ästhetische und kritische Perspektiven eröffnet.

 

Bios

Akiko Hada (*1961 in Tagawa, Japan) lebt und arbeitet in Berlin. Ihre künstlerische Praxis entwickelte sich aus der experimentellen Musikszene der späten 1970er- und frühen 1980er-Jahren zunehmend in Richtung Videokunst. Hada bewegt sich genreübergreifend zwischen Performance und Video. Ihr Werk umfasst Musikvideos, Performance- und Konzertdokumentationen, lyrische Erzählungen sowie Animationen.

Wolfgang Müller (*1957 in Wolfsburg) ist Künstler, Musiker und Autor. 1980 gründete er die Post-Punk-Band Die Tödliche Doris und arbeitet seither interdisziplinär in Musik, Hörspiel, Performance und bildender Kunst. Er lehrte Experimentelle Plastik an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg.

Gunter Trube (*1960 in München, †2008 in Berlin) war Künstler, Gebärdensprachpoet, Performer und eine zentrale Figur der queeren Taubenbewegung in Deutschland. Bekannt wurde er als Gebärdensprachpoet unter anderem durch seine Inszenierung der Weihnachtsgeschichte Schnee (1994). Zeit seines Lebens engagierte er sich für die Anerkennung der Deutschen Gebärdensprache und die künstlerische, politische und gesellschaftliche Sichtbarkeit Tauber Kultur.

Carefuffle ist eine von Menschen mit Behinderungen geleitete Arbeitsgruppe, die barrierefreie Untertitel für künstlerische Bewegtbilder erstellt. Sie verstehen Barrierefreiheit als kreative und befreiende Praxis, die ableistische Erzählungen hinterfragt, Menschen mit Behinderungen unterstützt und neue Formen kultureller Ausdruckskraft eröffnet. Sie setzen sich für eine Zukunft ein, in der Zugang untrennbar mit Kultur verbunden ist – ein Akt von Fürsorge, Freude und Gerechtigkeit, der Gemeinschaften bereichert und die Möglichkeiten von Kunst erweitert.

 

Ausstellungsort

Storage Museum
Himmelgeister Str. 107
40225 Düsseldorf

Do – So, 14 – 18 Uhr

Der Eintritt ist kostenlos.
 

 

Zugänglichkeit 

  • Englische Lautsprache

  • Künstlerische Untertitel in Deutsch und Englisch

  • Assistenzen vor Ort

  • Assistenzhunde sind willkommen

  • Das Storage Museum ist ebenerdig zugänglich, Parkplätze befinden sich direkt auf dem Gelände. Ein Teil des Weges führt über Kopfsteinpflaster, Unterstützung vor Ort ist möglich. Im Museum gibt es eine rollstuhlgerechte, genderneutrale Toilette. Weitere Informationen unter: storagemuseum.org/kontakt

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