Eine weiße Person, die männlich gelesen wird, im Anzug vor rotem Hintergrund, teilweise von Bändern mit weißem ‚FEHLT‘-Schriftzug verdeckt.
© Charli Pape und Andreas Coerper, VG Bild-Kunst, Bonn 2026.i

„Es fehlt mir etwas“

Bildbeschreibung

Vor rotem Hintergrund wiederholt sich das Wort „FEHLT“ in weißen Großbuchstaben. Die Schrift bildet breite, diagonal verlaufende rote Bänder, die den Körper einer Person teilweise verdecken. Zwischen den Schriftbändern sind Kopf und Schultern sichtbar. Die Person wird als weiß und männlich gelesen, trägt einen dunklen Anzug mit hellem Hemd und hat kurze, gegelte Haare. Der scharfe Blick fokussiert einen Punkt zwischen den Bändern, blickt uns an.

 

Veranstaltung

„Es fehlt mir etwas”, sagt das Paar in Raskin’s Videoarbeit Du hast kein Herz von 1991, bevor es die Dynamik ihrer Beziehung in allen Facetten ergründet. So sieht es auch das Künstler*innenduo Cyanlila und nähert sich der historischen Videoarbeit spielerisch mit einer künstlerischen Audiodeskription. Neben Raskin werden auch Videos von Ulrike Rosenbach, Maria Vedder und Bettina Gruber sowie Dieter Kiessling aus dem Archiv des IMAI – Inter Media Art Institute mit experimentellen Audiodeskriptionen versehen. Irgendwo zwischen Hörspiel und Klanglandschaft erforscht Cyanlila die Videokunstgeschichte aus einer queerfeministischen Perspektive und taucht ab in eine Welt mit sprudelnden Schneebesen und schwimmenden Hähnen. Was fehlt, wird hörbar.    

 

Bios

Das Audiodeskriptionskollektiv Cyanlila besteht aus Lilian Korner und Conny Walter. In ihrer gemeinsamen künstlerischen Praxis setzen sie sich mit der Zugänglichkeit visueller Kultur auseinander und entwickeln Audiodeskriptionen als Kunstform. Dabei orientieren sie sich an den „Aesthetics of Access“ (Ästhetiken der Barrierefreiheit).

Lilian Korner ist Blinde*r Kulturwissenschaftler*in, Access-Dramaturg*in und Inklusionsaktivist*in. Nach Studien der Philosophie, Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte in Düsseldorf sowie dem Master Ästhetik in Frankfurt entwickelt Korner Konzepte kultureller Teilhabe von, mit und für die Blinde und Sehbehinderte Community.  


Conny Walter arbeitet u.a. als Hörspielmacherin und Lektorin. Sie kommt aus der Gießener Theaterwissenschaft und war Zweithörerin bei den Instituten Literarisches Schreiben und Barrierefreie Kommunikation an der Universität Hildesheim. Ihre Arbeiten spielten u.a. im SWR, Deutschlandfunk Kultur, auf der Giennale und dem Theater Natur Festival. 

Andreas Coerper (*1955 in Düsseldorf) ist Künstler, Autor, Regisseur und Dokumentarfilmer. Während seines Studiums an der Hochschule für bildende Künste Hamburg war er 1981 Mitbegründer der Performancegruppe M. Raskin Stichting Ens. Nach seinem Studium arbeitete er zunächst als bildender Künstler. Ab 1987 entstanden gemeinsam mit Rotraut Pape unter dem Namen Raskin weitere Video- und Soundarbeiten. Später widmete er sich verstärkt dem Film und der satirischen Fernseharbeit.

Bettina Gruber (*1947 in Minden) ist Foto- und Videokünstlerin. Seit Ende der 1970er-Jahre arbeitet sie mit Video und entwickelte gemeinsam mit Maria Vedder zentrale Arbeiten der frühen deutschen Videokunst. In ihren Arbeiten verbindet sie Inszenierung, Fotografie und Video mit humorvollen und eigenwilligen Bildwelten. Grubers Werke befinden sich in zahlreichen öffentlichen Sammlungen, darunter im Museum Ludwig und in der Tate Gallery.

Dieter Kiessling (*1957 in Münster) ist bildender Künstler und arbeitet mit Fotografie, Video und medialen Installationen. Nach seinem Studium an der Kunstakademie Münster war er unter anderem Professor für Medienkunst an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe und an der Kunsthochschule Mainz, wo er von 2005 bis 2026 lehrte. Seit den 1980er-Jahren untersucht und hinterfragt er in seinen Arbeiten die Prinzipien medialer Wiedergabe und Repräsentation.

Rotraut Pape (*1956–†2019 in Berlin) war Künstlerin, Filmemacherin und Hochschulprofessorin. Nach ihrem Studium der Freien Kunst und des Experimentalfilms an der Hochschule für bildende Künste Hamburg arbeitete sie ab 1977 mit Film, Video und später auch digitalen Medien. Von 1981 bis 1987 war sie Teil der Performancegruppe M. Raskin Stichting ens. Unter dem Namen Raskin entwickelte sie mit Andreas Coerper Video- und Soundarbeiten sowie interaktive Installationen.

Ulrike Rosenbach (*1943 in Hildesheim) zählt zur ersten Generation der internationalen Video- und Performancekünstler*innen, die die Entwicklung des Mediums Video als Kunstform maßgeblich geprägt haben. Nach ihrem Studium der Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf begann sie Anfang der 1970er-Jahre mit Video zu arbeiten und verband das Medium ab dann mit Performance und feministischer Gesellschaftskritik. Von 1989 bis 2007 war sie Professorin für Neue Künstlerische Medien an der Hochschule der Bildenden Künste Saar; ihre Arbeiten wurden international ausgestellt und unter anderem auf der documenta  6 und 8 präsentiert.

Maria Vedder (*1948 in Nordhorn) ist Medienkünstlerin und arbeitet seit den 1970er-Jahren mit Video und Fotografie. Gemeinsam mit Bettina Gruber entstanden in den 1980er-Jahren wegweisende Videoarbeiten sowie die grundlegenden Publikationen Kunst und Video und DuMonts Handbuch der Videopraxis. Von 1991 bis 2014 war Vedder Professorin für Medienkunst an der Universität der Künste Berlin, wo sie das Institut für Zeitbasierte Medien und den Studiengang Kunst und Medien mitbegründete.

 

Veranstaltungsort

Black Box Kino im Filmmuseum Düsseldorf 
Schulstraße 4
40213 Düsseldorf 

Der Eintritt ist kostenlos.
Für die Veranstaltung bitten wir um Anmeldung unter info@stiftung-imai.de oder 0211 – 54 23 09 94.
Teilt uns bei der Anmeldung gerne mit, wie wir Euren Besuch unterstützen können.

 

Zugänglichkeit 

Anfahrt:

  • Barrierefreier Parkplatz im Parkhaus Contipark Tiefgarage Altstadt Rheinufer (ca. 150 m). Zufahrt nur über den Rheinufertunnel, nächster öffentlicher barrierefreier Parkplatz am Carlsplatz und auf dem Burgplatz.

  • Barrierefreie ÖPNV-Haltestellen in der Nähe: 
    Benrather Straße (ca. 300 m): Bahnen: U71, U72, U73, U83, Poststraße (ca. 500 m): Bahnen: 706, 708, 709

Gebäude:

  • Das Gebäude ist ebenerdig oder über eine Rampe erreichbar.

  • Im gesamten Treppenhaus sind beidseitig Handläufe vorhanden.

  • Alle Türen sind mindestens 90 cm breit.

  • Ein Aufzug ist vorhanden (Türbreite: 125 cm, Kabinengröße: ca. 125 × 250 cm).

  • Im Black Box steht ein Rollstuhlplatz zur Verfügung.

  • Der Zugang zum Rollstuhlplatz im Kino erfolgt über eine automatisierte Tür.

  • Eine Barrierefreie Toilette ist vorhanden (Türbreite: 100 cm, einseitig anfahrbar, Bewegungsfläche rechts neben der Toilette: 80 × 120 cm). Der Zugang zur barrierefreien Toilette erfolgt über den Aufzug.

Kommunikation und Angebote:

  • Abholservice: Auf Wunsch holen wir Euch an der nächstgelegenen Haltestelle des öffentlichen Nahverkehrs ab und begleiten Euch zum Filmmuseum. Bitte meldet Euch hierfür vorab bei uns.

  • Deutsche Lautsprache 

  • Assistenzhunde sind willkommen

Weitere Informationen: https://filmmuseum-duesseldorf.de/besuch#adresse-und-anfahrt

In Zusammenarbeit mit

Großzügig gefördert durch

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